Herzlich Willkommen
Faltbootclub-Ingolstadt
Kajak fahren im Herzen Bayern´s
An error occured - you set wrong location or data for your location are unavailable
Startseite

Wiesent / Fränkisches Wildwasser

Montag, den 27. Juli 2015 um 21:48 Uhr Verfasst von  Administrator
  • Gelesen: 1106 mal
  • Veröffentlicht in 2015

Wiesent / Fränkisches Wildwasser

 

Wisente gibt es auch im Ingolstädter Wildpark am Baggersee, aber wir wollten zu dem Fluss Namens Wiesent mit zusätzlichen „e“  in die Fränkische Schweiz. Wiesent; im Althochdeutsch bedeutet „ Wasser, an dem Wisente leben“. So kam es, das eine kleine Gruppe von bunt gemischten Paddlerinnen und Paddlern vom Faltbootclub Ingolstadt, sich am letzten Tage vom Monat Mai auf dem Weg zum Fränkischen Wildwasser, auf machten.


Am Einstieg Doos lag eine Armada von blauen Leihbooten, glücklicherweise sind wir vor dem Trubel auf der Wiesent mit einem Pegel von 133 cm gestartet und hatten später  nur einmal Kontakt mit einer größeren eiligen Gruppe.

In die Wiesent eingesetzt, erwartete uns nach weniger als einhundert Metern die erste Herausforderung in einer Flusskurve. Das Rauschen des Wassers kündigte schon etwas in dieser Richtung an. In dieser ersten Prüfung stand ein Kajak unserer Gruppe mit dem Bug steil nach oben am Ufer, dem Kentern galt es nur noch abzuwarten, andere Boote mogelten sich an oder über Flusssteinen vorbei  und tricksten mit ihrem Doppelpaddel oder Stechpaddel. Letztendlich sind wir dort gut durchgekommen. Wenige Augenblicke später die nächste rauschende Angelegenheit, dort streiften wir hier und da verborgene Flusssteine, wenig  später bekamen wir  ein gutes Händchen und Auge für diese Geschichten, zusätzlich war Richard als Vorhutpaddler  und zusätzliches Auge für uns alle dort hilfreich.

Gröbere Kontaktspuren waren leider an einem Faltboot zu beklagen, es hatte am Anfang einen Spanten-bruch zu beklagen und später kam noch mehr Wasser wie üblich ins Boot und mussten deswegen leider nach etwa der Hälfte der Tour ihr Boot aufgeben. Einer vom Team wechselte in ein Wildwasserkajak, dies war aber nur möglich, da wir bestens über Land von unseren Wanderwart Thomas begleitet wurden.

Die erste längere ausgewiesene ausgelutschte Umsetzstelle nach Doos, in Form eines Pfades über Matsch, Stock und Stein wurde ohne Knochenbrüche überwunden, ein klassischer Bootswageneinsatz ist dort nur bedingt möglich.

Es ging weiter über rauschende Abschnitte zur Behringer Mühle bei Flusskilometer 34,8, danach eine unter Dampf betriebene Zugstrecke am Ufer entlang und weiter über die Sachsenmühle bei Flusskilometer 31,8. Die Umsetzaktionen dort waren weniger tragisch. Beim Paddeln hier und da ein paar Fliegenfischer die unsere Boote nur mit Mühe verfehlten.

Das Baumfurter Naturwehr in einer Fluss S- Kurve bei Flusskilometer 28.8, eine im Herbst 2013 entschärfte anspruchsvolle Schlüsselstelle mit Wildwasserstufencharakter, kündigte sich durch bekanntes Rauschen an. Bei Sichtkontakt existierte die Insel nicht mehr, eine längere Schwallstrecke mit gutem Zug, hier und da höhere Wellen galt es zu durchfahren. Eine fixe Abtrift zum rechten Ufer konnte nur mit aktiver Paddelarbeit entgegengewirkt werden. Ein Ausstieg für eine Umgehung über Land war ausgewiesen und sah unkompliziert aus.

In Muggendorf in einem Biergarten direkt neben dem Fluss, etwa dreihundert Meter vom Wehr Muggendorf bei Flusskilometer 26,3 entfernt, gingen wir zur Mittagspause über.

Gestärkt ging es entspannt weiter, hier und da felsige Landschaften im Grünen, eine Burg hoch oben, die Burgruine Neideck, das Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz, die im letzten Teilstück oft zu bewundern war.

Bei Flusskilometer 21,9 am Örtchen Streitberg im Schatten der Geister der Streitburg, galt es einem schwarzen Pfeil zu gehorchen, der den Weg zum Ziel andeutete. Ein blaues Leih-boot folgte diesem Pflichtbewusst und polderte durch die Lücke rechter Hand herunter. Die wohl heil gebliebene Besatzung wartete neugierig auf Nachahmer. Drei robustere Kanus unserer Gruppe polderten sich ebenfalls hinab. Dabei stellte sich heraus, dass mein Canadier und das Faltboot einfach zu lang  für diese Prüfung waren, deshalb stiegen wir vor der Abbruchkante aus.
Umgehungsmöglichkeiten sind dort wohl nicht vorgesehen, durch Stopp- Schilder rechts nicht erwünscht und geländebedingt kaum möglich.
So war eine Überschreitung dieses Absatzes vor Ort  die einzige Lösung. Ein abenteuerliches Überheben der zwei Boote beginnt, so konnten wir gemeinsam die letzte Prüfung des Tages auf dem Wasser zusammen meistern.
In Streitberg nach wenigen hundert Metern war unsere abenteuerliche Tour von 18,1 Flusskilometern beendet.

Die Wiesent ist was die Bootsbeherrschung betrifft, kein anspruchsloser Fluss. Eine Vielzahl von Spielstellen eignen sich gut zum üben, testen und mehr.

Ahoi, Mike

Zuletzt geändert am Freitag, den 18. September 2015 um 12:53 Uhr