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Seekajakfahren in den Kornaten (Kroatien)

Freitag, den 03. April 2015 um 17:29 Uhr Verfasst von  Administrator
  • Gelesen: 906 mal
  • Veröffentlicht in 2014

Anfang September 2014 hatte ich eine einwöchige Seekajaktour in Kroatien geplant.

 

Da ich mir noch nicht sicher war, ob das Seekajakfahren das richtige Hobby für mich ist und ich auch noch kein Seekajak besaß, schloss ich mich einer Reisegruppe von Prijon an.

Das Kajak, ein Prijon Seayak wurde gestellt. Der Transfer von Rosenheim bis in die Kornaten und die Unterkunft dort, waren im Reisepreis inbegriffen. Man konnte also nicht viel falsch machen.

Es stellte sich heraus, dass alle Teilnehmer sehr angenehme Zeitgenossen waren.

Nach Anreise am Freitag, Übernachtung am Festland und Überfahrt mit der Fähre zur Insel Sali, erwartete uns dort am Samstagmittag der Betreiber der Unterkunft mit seinem kleinen Segelboot. Nachdem wir das Gepäck von 10 Teilnehmern und unserem Tourguide umgeladen hatten und die Verpflegung beschafft und eingeladen war, ging es los.

Bei kaum Wind und unter Motor fuhren wir noch 1 ½ Stunden bis zu unserer Unterkunft.

Risanka besteht nur aus ein paar Gebäuden einem Zeltplatz für 3 Zelte und einer Anlegestelle für kleine Boote. Es liegt in einer malerischen Bucht am nordwestlichen Ende der Insel Kornat (43°51‘01“N, 15°14‘47“O). Die Betreiber Ira und Vid leben hier wie die Robinsons und versorgen sich weitestgehend selbst.

 

Nachdem das Segelboot entladen, die Zimmer bezogen und die Kajaks aus ihrem Lager getragen und eingestellt waren, ging es noch für eine Stunde aufs Wasser.

Die Kornaten sind normalerweise um diese Jahreszeit sehr trocken und ausgedörrt. Ich kannte das Revier ja schon von einigen Segeltörns, aber so grün habe ich sie noch nie vorher gesehen. Es hatte nämlich den ganzen Sommer über, immer wieder geregnet. Unsere Woche war die erste mit schönem Wetter und Sonnenschein.

 

Sonntag, der erste richtige Paddeltag:

Es erwartete uns strahlender Sonnenschein und kaum eine Welle kräuselte das Wasser.

Das Wasser ist so klar, dass man auch bei tieferem Wasser noch jede Seegurke am Grund erkennt. Wir paddelten Richtung Sali und in einem großen Bogen zwischen kleineren und größeren Inseln hindurch zurück nach Risanka. An der „Mala Proversa“, einem von zwei kleinen Durchlässen zwischen den Inseln Dugi Otok und Kornat, gibt es ein Restaurant, an dem wir Pause gemacht haben. Weil jeglicher Bootsverkehr, der zur Außenseite der Kornaten will, hier durch muss, geht es zu wie beim Schaulaufen der Cabriofahrer vor der heimischen Eisdiele. Wir waren dann auch froh wieder in die Einsamkeit zwischen den kleinen Inseln abzutauchen.

Am Nachmittag machten wir noch ein paar Kenterübungen und Rollentraining. Ich war froh, dass die Eskimorolle auch mit dem Seekajak funktioniert, wenn auch mit blau gedengelten Hüftknochen, wegen dem viel zu breiten Sitz im Seayak.

An den nächsten Tagen folgten Ausflüge zu kleinen Badebuchten und zu den schönsten Klippen der Kornaten, an der Außenseite der Insel Mana. Oberhalb der Klippen gibt es die Ruinen einer Filmkulisse aus den 1960er Jahren, welche wir natürlich auch besucht haben. Die Tagestouren waren immer um die 10-15 Seemeilen und damit für jeden zu schaffen.

Da man mit dem Seekajak auch noch an Stellen anlanden kann, an die man mit der Segeljacht (auch mit dem Beiboot) nicht mehr hinkommt, waren wir meistens ziemlich ungestört und fanden wir immer wieder wunderschöne Stellen, wie kleine Grotten und Felseinschnitte in die man hineinfahren kann.

Das Wetter hat uns die Woche über sehr viel Abwechslung beschert. So war es meistens vormittags ruhig und später frischte der Wind auf. So mussten wir schon mal 2 Stunden gegen den Wind paddeln, was auf die Dauer ganz schön anstrengend wird. Bis auf einen kompletten Regentag (und damit Pausentag), hatten wir aber immer Sonne und angenehme Temperaturen. Perfekte Paddelwetter.

Am Freitag, unserem letzten Paddeltag, fuhren wir an die Südspitze der Insel Dugi Otok. Hier gibt es die höchsten Klippen der Adria mit 160m Höhe. Hier bekamen wir das erste Mal richtiges Seekajak-feeling. Bei Wellenhöhen von 1,5m und keiner Ausstiegsmöglichkeit im Umkreis von 3-4 Kilometern wird man dann ziemlich klein mit seinem Boot. Das waren aber auch die schönsten Momente der ganzen Reise.

Auf dem Rückweg von den Klippen machten wir dann noch Pause am schönsten Strand der Reise. Es ist ein wunderschöner Sandstrand, umrahmt von Felsen und Pinienwäldern. Hier kommen dann auch fast keine Touristen mehr hin. Nachdem es bedrohlich dunkel geworden war, brachen wir schnell Richtung Risanka auf. Der Wind frischte schnell auf und wir paddelten gegen Gewitterschauer und Windböen an. Dank unseres vorausschauenden Tourguides und relativ sicher paddelnden Teilnehmer gab es auch hier, wie die vorangegangenen Tage, keine Kenterungen oder andere „Unglücke“.

Am Samstag stand dann schon wieder die Rückreise an. Wieder mit dem Segelboot nach Sali und mit der Fähre zurück in die Zivilisation.

 

Nach dieser Tour habe ich mir dann auch mein eigenes Seekajak gekauft ein Trak 1600 Faltboot.

 

Gregor

Zuletzt geändert am Freitag, den 18. September 2015 um 12:51 Uhr